Die Finalisten des Austrian SDG-Award 2020 stehen fest.

Senat der Wirtschaft gibt die Nominierten des Austrian SDG-Award 2020 bekannt

Die Finalisten des Austrian SDG-Award 2020 stehen fest.

Aus über 160 Nachhaltigkeitsprojekten der Kategorien „Unternehmen, Medien, Jugend- und Bildungsorganisationen und Gemeinden“ wurden 44 BewerberInnen von der Jury, bestehend aus dem Ethikbeirat des Senat der Wirtschaft, Quality Austria sowie planetYes, nominiert.

Davon entfallen 12 Nominierungen auf die Kategorie Unternehmen, die wiederum in große, mittlere und kleine Unternehmen unterteilt sind, jeweils 11 Nominierungen auf die Kategorien Jugend/Bildung und Medien/Journalismus sowie 10 Nominierungen auf die Kategorie Gemeinden.

„Corona zwingt zum Umdenken, ein ‚Weiter so‘ ist in den meisten Unternehmen, Organisationen und sogar Gemeinden nicht mehr möglich. Die qualitativ teils hervorragenden Einreichungen zeigen, dass die UN-Nachhaltigkeitsziele essentielle Faktoren geworden sind, wodurch die ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortungen im täglichen Wirtschaften umgesetzt werden. Und das ist gerade in schwierigen Zeiten ein guter Kompass“, sagt Gabriele Stowasser, Vorstandsmitglied des Senat der Wirtschaft.

Senats-Sprecher Hans Harrer fügt hinzu und betont: „Der Austrian SDG-Award soll nicht nur Anerkennung für alle Gewinner sein, sondern vielmehr auch eine Vorbildswirkung erzielen, um weitere Menschen zu motivieren, nachhaltige Ideen im Sinne der SDGs umzusetzen. Denn auch wenn das Umfeld durch die Pandemie dramatisch verändert wurde: Es gilt nach wie vor, die SDG-Ziele weiter zu verfolgen und den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen.  Alle, die an der Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele arbeiten, sind Vorreiter für unsere Wirtschaft und Gesellschaft”.

Die Verleihung des Austrian SDG-Award wird zum nächstmöglichen Termin und im Beisein vom Parlamentspräsidenten Mag. Wolfgang Sobotka und weiteren Schirmherren und -damen im Dachfoyer der Hofburg stattfinden.

Die Nominierten im Überblick

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Rückfragehinweis:

Mahdi Allagha
Generalsekretär
JUNGER SENAT DER WIRTSCHAFT
Mob.: +43-664 88733311
Email: m.allagha@senat.at

Austrian SDG-Award: Bundeskanzler Sebastian Kurz übernimmt den Ehrenschutz

Die Republik Österreich bekennt sich zur Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs), die 2015 im Rahmen des Gipfeltreffens der Vereinten Nationen beschlossen wurden: Deshalb unterstützt Bundeskanzler Sebastian Kurz den Austrian SDG-Award -eine Initiative des Senat der Wirtschaft.

„Die 2015 im Rahmen des Gipfeltreffens der Vereinten Nationen beschlossene „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ war nicht nur ein bemerkenswerter Durchbruch für die gesamte Staatengemeinschaft, sondern stellte auch den vorläufigen Höhepunkt einer internationalen Debatte über die nachhaltige wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung dar. Sie bietet seither einen international verbindlichen Rahmen, der ein gutes Leben für alle gewährleisten soll – ganz gemäß dem Grundsatz „Leaving no one behind“ hebt Sebastian Kurz, Bundeskanzler der Republik Österreich, die Wichtigkeit der SDGs hervor.

Als Unterstützer des Austrian SDG-Award fügt Kurz hinzu: „Österreich bekennt sich zur Umsetzung der Agenda 2030 im Inland und der Welt und hat bei der Umsetzung zahlreicher SDGs bereits bedeutende Erfolge erzielt. Diese Erfolge sind nicht nur auf Initiativen der Bundesregierung zurückzuführen, sondern vor allem auch auf das freiwillige und zivilgesellschaftliche Engagement unsere Bürgerinnen und Bürger. Mit dem vom Senat der Wirtschaft verliehenen Austrian SDG-Award werden jene Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Gemeinden, Jugend und Medien vor den Vorhang geholt, die sich für Nachhaltigkeitsthemen besonders einsetzen und zum Erreichen der SDGs wesentlich beitragen. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank!“

Senats-Vorstandsvorsitzender Hans Harrer ist von der Entscheidung von Bundeskanzler Kurz erfreut: „Nachdem Österreich gemeinsam mit 192 weiteren Staaten die UN-Nachhaltigkeitsziele aus der Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung beschlossen hatten, war es uns ein besonderes Anliegen, die Bundesregierung bei der Umsetzung dieser Ziele zu unterstützen. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass Sebastian Kurz den Ehrenschutz übernimmt.“

Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka, der auch bereits im Vorjahr den Ehrenschutz übernommen hatte, hat für heuer ebenfalls seine Unterstützung ausgesprochen.

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Einreichungen für den AUSTRIAN SDG-AWARD ab sofort möglich.

Unter dem Ehrenschutz des Nationalratspräsidenten Mag. Wolfgang Sobotka findet die feierliche Verleihung des AUSTRIAN SDG-AWARDs im Dachfoyer der Wiener Hofburg statt.

WIEN. Die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) sind nützliche Werkzeuge, um sich als Staat und Unternehmen möglichst stabil und resilient gegenüber Krisen aufzustellen – auch ganz besonders jetzt in Zeiten einer Pandemie.

Der AUSTRIAN SDG-AWARD, eine Initiative des Ethik-Beirates des SENAT DER WIRTSCHAFT hat auch zum Ziel, Pioniere bei der Umsetzung der SDGs durch diese Auszeichnung einem breiteren Publikum bekannt zu machen.

Der Preis wird seit 2017 vom Senat der Wirtschaft an österreichische Unternehmen, die die UN-Nachhaltigkeitsziele in ihre Prozesse umfassend integriert haben, verliehen. Seit 2019 wird der Austrian SDG-Award zusätzlich in den Kategorien Jugend/Bildung, Medien/Journalisten sowie Städte und Gemeinden vergeben.

„Unser Ziel ist es, nicht nur bemerkenswerte Aktivitäten und Best Practice-Vorreiter gebührend auszuzeichnen, sondern gleichzeitig ein Bewusstsein und Anreize für Alle zu schaffen, sich in Zukunft die SDGs als Kompass für Ihr Handeln vorzugeben“, betont Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft.

Die „technischen Daten“

Die Einreichfrist zum Austrian SDG-AWARD 2020 läuft bis 16.10.2020, 23.59 Uhr.

Nach der anschließenden, finalen Jurysitzung wird die Shortlist aus den vier Kategorien veröffentlicht.

Teilnahmeberechtigt sind alle Unternehmen, Medien/JournalistInnen und HerausgeberInnen, alle Initiativen von und für junge Menschen sowie alle Städte, Gemeinden bzw. Gemeindeverbünde – unabhängig von ihrer Größe.

Der Austrian SDG-AWARD findet voraussichtlich Anfang Dezember im Dachfoyer der Wiener Hofburg statt. Neben der Präsentation und Auszeichnung spannender und innovativer Projekte, dürfen sich Teilnehmer auf ein feierliches Event mit anschließendem Get-together freuen. Alle weiteren Details zum Einreichprozedere und zur Preisverleihung unter www.austrian-sdg-award.at

Die Kategorien auf einen Blick

folgende Kategorien können für den Austrian SDG-AWARD einreichen:

UNTERNEHMEN

Unternehmen werden für ihre Vorbildwirkung ausgezeichnet, wenn Sie die SDGs in Ihren Prozessen und Produkten maßgeblich integrieren und so in ihren Branchen zu Vorreitern werden.

JUGEND/BILDUNG

Junge Menschen sind die treibende Kraft – nicht zuletzt zur Sicherung ihrer eigenen Zukunft. Es gibt großartige Initiativen von und für Jugendliche, die es verdienen, vor den Vorhang geholt zu werden. Durch die Auszeichnung mit dem Austrian SDG-Award in der Kategorie Jugend/Bildung bekommen sie die ihnen zustehende Aufmerksamkeit.

MEDIEN/JOURNALISTEN

Ob im Hörfunk und TV, im digitalen oder Print-Bereich – Medien spielen für die Bewusstseinsbildung eine essentielle Rolle, und es gibt JournalistInnen, die hier die Verantwortung dieser Rolle übernehmen. Sie werden für ihre Bemühungen ausgezeichnet, ein bisher nicht allgemein bekanntes Thema einer breiteren Öffentlichkeit zuzuführen.

GEMEINDEN & STÄDTE

In vielen Fällen sind BürgermeisterInnen mit ihren GemeinderätInnen bereits sehr aktiv, wissen aber mitunter gar nicht, dass sie damit bereits viele UN-Nachhaltigkeitsziele aktiv fördern. Herausragende Beispiel-Gemeinden werden daher für ihre Bemühungen und ihre Vorbildwirkung ausgezeichnet.

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2. große Standort-Umfrage zu Corona-Schäden und Hilfspaketen

Ungebremste Umsatz- und Investitionsrückgänge, noch viel Potenzial bei Hilfsmaßnahmen

800 Unternehmen aus ganz Österreich haben an der 2. großen Standort-Umfrage von Österreichischer Hoteliervereinigung, Handelsverband, Gewerbeverein, Senat der Wirtschaft und Forum EPU zu den Auswirkungen von Corona teilgenommen, darunter 37% Ein-Personen-Unternehmen. Die anderen Teilnehmer beschäftigten Ende Juni 2019 im Durchschnitt 65 Mitarbeiter, ein Jahr später nur mehr 59. Damit haben typische KMU durch Corona 10% des Mitarbeiterstands verloren. Von den verbleibenden Mitarbeitern waren zum Zeitpunkt der Befragung 32,4% in Kurzarbeit, berichteten Stephan Blahut, Generalsekretär Gewerbeverein, Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender Senat der Wirtschaft, Sonja Lauterbach, Initiatorin Forum EPU Österreich, Michaela Reitterer, Präsidentin Österreichische Hoteliervereinigung, und Rainer Will, Geschäftsführer Handelsverband.

Trotz Lockerungen: Umsatzrückgänge stark gestiegen
Bei der 1. großen Corona-Standortumfrage der freien Wirtschaftsverbände im Mai lag der Corona-bedingte Umsatzrückgang bei 498.000 Euro. Trotz Lockerung der Maßnahmen wuchsen die Fehlbeträge seither um 27,5% auf durchschnittlich 635.000 Euro. Für das Gesamtjahr gehen die Befragten von Einnahmenausfällen im Ausmaß von 38,8% aus. Wie stark sich die zweite Anti-Covid-Maßnahmen-Welle auf die Umsätze und den Ausblick für das Gesamtjahr auswirkt, ist noch nicht absehbar: „Klar ist eines: Wir müssen alle neuen Erkenntnisse zu Covid-19 und den wirtschaftlichen Effekten nutzen, um den Schaden möglichst gering zu halten“, appellieren die Branchensprecher an Bund und Länder.

Erschreckende Kürzungen bei Investitionsvorhaben
Besondere Sorge bereitet ihnen das Ausmaß der Investitionsrückgänge: Wurden diese bei der 1. großen Standort-Umfrage vom Mai für 2020 noch mit 354.000 Euro je Betrieb angegeben, liegen sie jetzt bei 460.000 Euro: ein Plus von 29,9%. Ähnlich die Entwicklung für 2021: Wurden bei der ersten Befragung die Investitionsrückgänge für nächstes Jahr mit 467.000 Euro angegeben, stieg der Wert jetzt auf 620.000 Euro. Mehr als die Hälfte der geplanten Investitionen wird Corona-bedingt zurückgestellt.

Investitionsprämie anpassen
Besser als noch vor einem Monat bewerten die Unternehmen die Bemühungen der Bundesregierung, den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenzutreten. Kritisierten bei der ersten Befragungswelle 67% der Betriebe die Maßnahmen als praxisfremd, wird die neue degressive AfA von 40,2% der Unternehmen begrüßt und die Investitionsprämie von 35,4%. Doch 4,1% könnten die Investitionsprämie früher in Anspruch nehmen, immerhin 11,5% später: „4 von 10 Unternehmer befürchten, dass es ihr Unternehmen zu Weihnachten nicht mehr gibt – auf gut Wienerisch ‚eine schöne Bescherung‘. Es muss jede Möglichkeit ausgeschöpft werden, um Betriebe zu retten. Bei der Investitionsprämie nachjustieren ist eine“, so die Sprecher der Freien Wirtschaftsverbände.

Bessere Berater einbinden bei Fixkostenzuschuss und Kurzarbeit
Nicht nur bei der Bewertung der Hilfsmaßnahmen, auch beim Fahrplan für die kommenden Monate sind sich die freien Wirtschaftsverbände einig: Der Kampf gegen die wirtschaftlichen Covid-Folgen muss effektiver werden. „Dienstleistung funktioniert anders als Produktion, KMU anders als Konzerne: Wir brauchen maßgeschneiderte Konzepte.“ Branchenlösungen braucht es etwa für die Kurzarbeit oder für den Fixkostenzuschuss. Die Einbindung von Praktikern ist ein Muss, wenn man sich ansieht, was bisher geliefert wurde: „Da ging viel an der gelebten Praxis vorbei. Da muss die Regierung rasch reagieren im Interesse von Standort, Arbeitsmarkt und Wirtschaft und bessere Berater an Bord holen. Denn wir können keine Langzeitarbeitslosen, keine weiteren Investitionseinbrüchen und keine Verfestigung der Rezession brauchen.“

 


 

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier zum Download
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Ihre Ansprechpartner bei den Freien Verbänden
ÖHV | martin.stanits@oehv.at | +43 664 516 08 31
Handelsverband | gerald.kuehberger@handelsverband.at | +43 1 406 22 36 77
Gewerbeverein | s.blahut@gewerbeverein.at | +43 676 8287 8888
Senat der Wirtschaft | m.allagha@senat.at | +43 664 88733311
Forum EPU-Österreich | lauterbach@lauterbach-value-added.com | +43 676 38 595 62

Große Standort-Umfrage zu Corona-Schäden und Hilfspaketen

Umsätze und Investitionen gehen stark zurück, Hilfsmaßnahmen kommen nicht an

Österreichische Hoteliervereinigung, Handelsverband, Gewerbeverein, Senat der Wirtschaft und das Forum EPU haben ihre Mitglieder nach den wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 auf Umsätze und Investitionen sowie die Zufriedenheit mit den Maßnahmenpaketen der Bundesregierung befragt.

650 Betriebe, eine Meinung: Die Maßnahmen kommen nicht an

An der Befragung nahmen 650 Unternehmen aus ganz Österreich teil, darunter 45% EPU. Die anderen teilnehmenden Betriebe beschäftigen im Durchschnitt 48 Mitarbeiter, sind also typische KMU. Die Ergebnisse fallen je nach Branche unterschiedlich aus, was die Dimension der umsatz- und Investitionsrückgänge angeht. „Relativ einig sind sich die Unternehmen bei der Bewertung der Hilfsmaßnahmen durch die Bundesregierung. Und die fällt fast konträr zur Bewertung durch die Regierung und die WKÖ aus“, fasst Stephan Blahut, Generalsekretär des Gewerbevereins, die Bewertung der Maßnahmen durch die Praktiker aus der Wirtschaft zusammen:

67% aller befragten Unternehmen verzweifeln an den Maßnahmen der Regierung, die weit an der Praxis vorbeigehen:

  • 33% sagen, die Maßnahmen der Bundesregierung „helfen nicht“
  • 26% geben an, dass die Maßnahmen nur „helfen, wenn endlich Geld kommt“
  • 8% finden die Maßnahmen für die jeweilige Branche nicht passend
  • 26% meinen, dass die Maßnahmen „etwas helfen“
  • 4% bewerten die Maßnahmen als „sehr hilfreich“
  • 3% brauchen keine Hilfe

So reagierten die Betriebe auf die Corona-bedingten Umsatzeinbrüche:

  • 73% reduzierten den betrieblichen Aufwand
  • 55% reagierten mit Zahlungsaufschüben
  • 55% nahmen Steuerstundungen in Anspruch
  • 53% beantragten Eigenkapital-Zuschüsse

Umsatzrückgang: ½ Mio. Euro im Durchschnitt

Der auf die flankierenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 zurückzuführende bisherige Umsatzrückgang wurde im Mittel mit 498.000 Euro beziffert, das ist ein Rückgang um 73% gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein Umsatzrückgang von 44% erwartet.

Investitionsrückgänge 2021 noch höher als 2020

Ursprünglich für 2020 geplante Investitionen – die infolge von Covid-19 und der damit einhergehenden Planungsunsicherheit aufgrund ausbleibender Krisenhilfen verschoben oder gestrichen werden – beziffern die Unternehmen mit durchschnittlich 354.000 Euro oder 77% des ursprünglich geplanten Investitionsvolumens. „Besonders alarmierend: 2021 fällt der Investitionsrückgang noch schlimmer aus und liegt bei 467.000 Euro oder 64% des ursprünglich geplanten Investitionsvolumens“, so Blahut.

Tourismus: Wertschöpfungsturbo mit besonders hohen Rückgängen

Für die Hotellerie ist das erst der Beginn eines langen Weges durch ein finsteres Tal. „An seinem Ende werden weniger regionale Leitbetriebe, Investitionen und Beschäftigte stehen“, warnt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung: „Nach Lehman hat es 10 Jahre gedauert, bis wir die Umsatzrückgänge aufgeholt haben – und das war nichts gegen Corona.“ Hotels verzeichneten bisher einen Umsatzrückgang um 929.000 Euro, fahren die Investitionen heuer um durchschnittlich 784.000 Euro zurück und nächstes Jahr um 950.000 Euro: „Unsere Ausgabenrückgänge sind die Einnahmenrückgänge des Gewerbes. Fehlen uns Gäste, fehlen dem Handel Kunden. Wollen wir da wie dort Arbeitsplätze retten, und das muss die Politik wohl, braucht es effektivere Maßnahmen als bisher“, zieht Michaela Reitterer aus den vorliegenden Daten Schlüsse über die Branchengrenzen hinweg.

Handel: Beschäftigungsintensives Rückgrat der Volkswirtschaft braucht sofortige Struktur- und Steuerreform

Alle Bereiche im Einzel- und Großhandel stehen vor massiven Herausforderungen, die Händler rechnen heuer mit Umsatzeinbußen von durchschnittlich 32 Prozent. „2020 werden im Handel wohl ein Drittel der Umsätze wegbrechen. Die Investitionen werden ebenfalls zurückgefahren, wovon alle Branchen betroffen sind. Wir haben mittlerweile mehr als 550.000 Arbeitslose und 1,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Nachdem die Kriseninstrumente die Firmen nur langsam erreichen, muss die Kaufkraft der Bevölkerung gestärkt werden, damit Selbsthilfe möglich ist. Ein Vorziehen der bereits paktierten Steuerreform sowie die Ausgabe von 500 Euro-Schecks an alle Personen mit Hauptwohnsitz Österreich und einem Jahreseinkommen unter 11.000 Euro sind dafür entscheidend”, sagt Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch.

EPU: Einnahmen 2020 halbiert

Besonders trifft die Krise EPU: Der bisherige Umsatzrückgang wird mit 80% besonders hoch angesetzt, für das gesamte Jahr 2020 rechnen die Kleinstunternehmen mit einem Rückgang um 50%. Die Hilfsmaßnahmen werden besonders kritisch gesehen: Kritisiert quer über alle Branchen ein Drittel die Maßnahmen pauschal als nicht hilfreich, sind es hier 52%: „Auch wenn jedes EPU und Kleinstunternehmen für sich genommen unbedeutend erscheint, hat die Gruppe dieser Unternehmen durch die hohe Beschäftigungswirkung und der Wertschöpfung einen relevanten gesamtwirtschaftlichen Impact“, so Sonja Lauterbach, Sprecherin von EPU Forum.

5 Verbände, 4 Forderungen

Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft – einem freiwilligen Verband mit 600 Mitgliedern aus Industrie, Handel, Gewerbe und Dienstleistung – appelliert an die Bundesregierung, das Feedback aus den Unternehmen ernst zu nehmen um rasch gegenzusteuern und Schlimmeres zu verhindern: „Die Kollateralschäden von Covid-19 treffen den Standort und die Wirtschaft deutlich härter, als die Bewertung der Hilfsmaßnahmen durch die Bundesregierung und die Funktionäre der Wirtschaftskammer annehmen lässt, quer durch alle Branchen, Bundesländer und Unternehmensgrößen. Wir müssen alles daran setzen, eine Negativspirale aus Arbeitslosigkeit, Investitions- und Konsumrückgang bis hin zum Zulauf zu den politischen Rändern zu verhindern.“ Die staatlichen Hilfsmaßnahmen sind gut gemeint, die Anstrengungen in Ministerien, Banken, AMS & Co. fruchten aber nicht ausreichend.

Aus den Rückmeldungen der Unternehmen über alle Branchengrenzen hinweg leiten die Verbände folgende politische Empfehlungen ab:

  1. Jetzt Eigenkapital zuführen.
    Den Unternehmen muss jetzt Eigenkapital zugeführt werden, damit sie diese Krise durchstehen können.

 

  1. Jetzt Steuerreform vorziehen.
    Eine merkliche und nachhaltige Stimulation der Nachfrage durch die bereits paktierter Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer muss jetzt beschlossen und vor Beginn des Sommers umgesetzt werden.

 

  1. Unternehmer, aber auch Kammern und Staat müssen jetzt Reserven locker machen.
    Wie die Unternehmer es vorgezeigt haben, müssen auch die Kammern und der Staat alle Reserven locker machen, um den Betrieben in Not zu Hilfe zu kommen. Wir gehen davon aus, dass auch die Wirtschaftskammern ihre Rücklagen zugunsten der hart betroffenen Unternehmen zurückgeben sollten. 1,4 Mrd. Euro an Kammerrücklagen von den Unternehmen sind genau für derartige Krisenfälle für Unternehmen da. Gleiches gilt für alle staatlichen Organisationen, Behörden und Versicherungen, die tunlichst ihre Reserven – auch organisatorisch – heben und den Unternehmen z.B. durch Erlassen von gestundeten Zahlungen sofort helfen könnten.

 

  1. Jetzt freie Verbände hören.
    Die Bilanz der Unternehmen zeigt, wie wichtig es ist, freie Unternehmerverbände stärker einzubeziehen. Dies ist in der Krise bislang unzureichend erfolgt und hat insbesondere beim Härtefallfonds existenzielle Probleme der Betroffenen bis zum heutigen Tage verschärft.

 

In die Bewertung der Maßnahmenpakete müssen jene Verbände eingebunden werden, die die Situation laufend analysieren und die Interessen der Unternehmen transparent und konsequent vertreten. Davon kann bei der Wirtschaftskammer leider keine Rede sein, wie die vorliegende Befragung von Unternehmen aller Branchen, Bundesländer und Unternehmensgrößen zeigt.

Ihre Ansprechpartner bei den Freien Verbänden

ÖHV | martin.stanits@oehv.at | +43 664 516 08 31

Handelsverband | gerald.kuehberger@handelsverband.at | +43 1 406 22 36 77

Gewerbeverein | s.blahut@gewerbeverein.at | +43 676 8287 8888

Senat der Wirtschaft | m.allagha@senat.at | +43 664 88733311

Forum EPU-Österreich | lauterbach@lauterbach-value-added.com | +43 676 38 595 62

 

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Österreichs Unternehmen nach Corona

Presseinformation – Senat der Wirtschaft

Österreichs Unternehmen nach Corona: Stark betroffen, aber optimistisch und mit viel Mut zu Innovation

Trotz zumeist massiver Umsatzeinbußen rechnen vor allem größere Betriebe damit, aus der Krise gestärkt hervorzugehen.

Wien – Österreichs Unternehmen sind auch inmitten der schwersten Wirtschaftskrise seit Generationen keineswegs in „No-Future“-Stimmung, zeigt eine heute publizierte Studie von Leitbetriebe Austria und dem Marktforschungsunternehmen Marketagent. An der Studie haben 219 Unternehmen, darunter ca. 30% Senats-Partner, aus allen Branchen, allen Größenklassen und allen Bundesländern teilgenommen. Die Durchführung der Studie wurde von folgenden Institutionen unterstützt: A-Commerce, Great Place to Work, Leitbetriebe Austria und Opinion Leaders Network.

Deutlich wurde in der Umfrage, wie stark sich die sehr schlechten gesamtwirtschaftlichen Zahlen auf betrieblicher Ebene niederschlagen. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen sehen sich stark oder sehr stark von der Krise betroffen, fast 30 Prozent rechnen mit Umsatzrückgängen von mehr als 30 (in Extremfällen sogar mehr als 70) Prozent, weitere 56,9 Prozent mit Rückgängen bis 30 Prozent. Weniger als 30 Prozent erwarten eine Rückkehr zum Normalbetrieb bis Ende des dritten Quartals 2020, immerhin 44 Prozent gehen davon aus, dass erst im 2021 oder später wieder „Business as usual“ einkehren werde.

Angesichts dieser Zahlen ist es beeindruckend, mit welcher Zuversicht die befragten Unternehmen dennoch in die Zukunft blicken:  81,5 Prozent geben sich optimistisch, fast exakt zwei Drittel rechnen sogar damit, dass ihr Unternehmen am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Für Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher bestätigt die Umfrage die Grundstimmung, die sie seit Wochen bei zahlreichen persönlichen Kontakten verspürt: „Praktisch überall, selbst in den am schwersten betroffenen Branchen, dominiert eher eine Jetzt-erst-recht-Stimmung. Statt Resignation herrscht Aktion: Es werden neue Vertriebswege gesucht, neue Produktideen umgesetzt, Produktions- und Verwaltungsabläufe optimiert und manchmal auch völlig neue Geschäftsmodelle entwickelt.
Der Mut und die unternehmerische Kreativität, die hier zu spüren sind, machen mich für den Wirtschaftsstandort Österreich deutlich optimistischer als es alleine der Blick auf die aktuellen Zahlen rechtfertigen würde.“

„Gerade in Zeiten der Corona-Krise und dem weltweiten Lockdown wird Resilienz ein immer wichtigeres Thema in unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Wer jetzt Mut zeigt, Innovation zulässt und MACHT, geht als klarer Gewinner aus der aktuellen Situation heraus. Das InnovationsMacher-Programm des Senates wurde genau deshalb entwickelt, um unsere Bestandsunternehmen zukunftsfit zu machen. Wenn es um die Zukunft geht, sind InnovatinsMacher Mutmacher.“, ergänzt Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft.

Die Detailergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Zuversicht der Unternehmen auf schon eingetretenen Veränderungen und konkret geplanten Maßnahmen beruht. Die Krise hat bereits bei der Mehrzahl der Unternehmen zu Innovationen geführt. So geben 61,1 Prozent der befragten Unternehmen an, dass es durch Corona zu einem Digitalisierungsschub gekommen sei und 53,7 Prozent betrachten Home Office sowie neue Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten als wichtige Chance. 40,3 Prozent geben an, dass die Krise den Anstoß zu Veränderungen wie z. B. die Verschlankung betrieblicher Abläufe gibt und mehr als ein Viertel startet die Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Eine weitere Erkenntnis der Umfrage sei, dass die Krise auch zu veränderten Ansprüchen an Eigenschaften und Fähigkeiten von Führungskräften geführt habe, erklärt Marketagent-Marketingleiterin Lisa Patek: „An erste Stelle steht zwar wenig überraschend der in Zeiten rascher Veränderungen besonders wichtige  Punkt Entscheidungsstärke, aber danach folgen mit Aspekten wie Wertschätzung, Motivationsvermögen, Optimismus und Vorbildcharakter gleich vier Nennungen klassischer sozialer Kompetenzen. Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen und Ehrgeiz finden sich hingegen ganz am Ende der Skala.“

Große geben der Regierung besonders gute Noten
Ergänzend zu 18 Fragen zu den konkreten Folgen der Krise auf die Unternehmen wurde auch die Zufriedenheit mit den Maßnahmen der Regierung abgefragt. Eine klare Mehrheit von 82 Prozent attestiert dieser, einen „sehr guten“ oder „eher guten Job“ zu machen, wobei große Unternehmen weitaus bessere Noten als kleine vergaben.

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Über Senat der Wirtschaft
Der SENAT DER WIRTSCHAFT ist eine parteiunabhängige und ökosozial ausgerichtete Wirtschaftsorganisation mit dem Ziel, Unternehmen praxisorientierte Anwendungsinformation zu ökosozialen Themen bereitzustellen. Er ist ein Think- aber vor allem ein Do-Tank, denn es geht um die Realisierung konkreter Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Das betrifft die Bereiche Wirtschaft, Ökologie, Bildung und Gesundheit. In diesen Bereichen werden Unternehmen aktiv unterstützt, zukunftsfit zu bleiben. Außerdem ist der SENAT ein international agierendes Wirtschafts-Netzwerk und steht in engem Dialog mit politischen EntscheidungsträgerInnen zur Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen. www.senat.at

Über Marketagent
Marketagent sieht sich gleichermaßen als Pionier und Innovationsführer der digitalen Markt- und Meinungsforschung in Österreich. Mit einem Fokus auf quantitative und qualitative Consumer Research Projekte realisiert Marketagent jährlich über 1.300 Studien an den Standorten Baden bei Wien, Maribor und Zürich. Das Herzstück unseres Instrumentariums ist ein mehr als 1.900.000 Personen umfassendes Online-Panel, welches im Januar 2010 als erster Access Pool der D-A-CH-Region ISO-zertifiziert und im März 2020 nach der aktuellsten ISO Norm 20252 rezertifiziert wurde. Zu unseren Kunden zählen nationale und internationale Top-Unternehmen wie die Telekom Austria AG, Ikea, Spar, Google, die OMV, Nestlé, die Österreichische Post AG, Generali oder Intersport. Die Themenfelder und Forschungsschwerpunkte sind vielfältig und decken sämtliche Bereiche der Markt- und Meinungsforschung ab.  www.marketagent.com

Unterstützer der Umfrage:

Rückfragehinweis:

Mahdi Allagha
Generalsekretär
JUNGER SENAT DER WIRTSCHAFT
Tel: +43-664 88733311
Email: m.allagha@senat.at

 

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