Offenen Brief an Justizministerin Anna Sporrer

Für weniger Bürokratie, mehr Rechtssicherheit und bessere Wachstumschancen für Unternehmen in Europa.

Die Verhandlungen zur lang erwarteten EU Inc. treten in die entscheidende Phase. Auf Basis des Kommissionsentwurfs vom 18. März 2026 geht es nun um die finale Ausgestaltung einer neuen europäischen Rechtsform, die Unternehmensgründungen in Europa einfacher, schneller und einheitlicher machen soll.

In dieser wichtigen Phase richtet sich AustrianStartups gemeinsam mit führenden Vertreter aus Wirtschaft, Praxis und Wissenschaft in einem offenen Brief an Justizministerin Anna Sporrer. Auch der SENAT DER WIRTSCHAFT unterstützt dieses Anliegen.

Die zentrale Sorge des Startup-Ökosystems: Die EU Inc. darf nicht durch nationale Partikularinteressen verwässert werden. Europa braucht eine starke, moderne und praxistaugliche Unternehmensform – mit klaren Regeln, digitaler Gründung, freier Sitzwahl und weniger bürokratischem Flickwerk.

Europa hinkt bei Innovationen hinter den USA und Asien massiv hinterher, nicht weil es bei uns zu wenige Ideen gäbe, sondern weil es neben einem Übermaß an Regulierung und Bürokratie an Früh- bis Spätphasenkapital fehlt. Dies liegt einerseits an unserem System der überwiegend umlagenfinanzierten Altersvorsorge, andererseits an der Fragmentierung unserer Kapitalmärkte mit über 30 Handelsplätzen. Eine Kapitalmarktunion ist längst überfällig; ein wesentlicher Schritt, diese zu ermöglichen, ist die Harmonisierung des Gesellschaftsrechts. Die EU Inc. muss in ihrer geplanten Form, ohne Einschränkungen mit freier Sitzwahl, so schnell wie möglich umgesetzt werden, so Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender Senat der Wirtschaft.

Senator Dr. Keyvan Rastegar, Rechtsanwalt und Universitätslektor für Gesellschaftsrecht und Venture Capital, betont: „Wir haben im Zuge der vierjährigen Verhandlungen rund um das GesRÄG 2023 gelernt, dass die weit überwiegende Mehrheit der Stakeholder genau diese Reformen seit Jahrzehnten dringend benötigt. Wir dürfen uns nicht von Partikularinteressen aufhalten lassen. Wenn wir geopolitisch mithalten wollen, müssen wir diese europäischen Lösungen auf dem Weg zu einem echten europäischen Markt auch mittragen, anstatt zu versuchen, sie auszuhöhlen. Die EU Inc. verdient unsere volle Unterstützung.“

Drei zentrale Forderungen:

  • Freie Sitzwahl innerhalb der EU sichern – ohne direkte oder indirekte Benachteiligung durch nationale Zusatzauflagen.
  • EU Inc. für alle Unternehmen öffnen – ohne Größenbeschränkungen oder Umsatzgrenzen.
  • Zentrales digitales Register schaffen – mit starker KYC-/AML- und UBO-Durchsetzung, digitaler Gründung in 48 Stunden und einfacher Kontoeröffnung.

Wenn wir wollen, dass die nächsten großen europäischen Unternehmen auch aus Österreich heraus entstehen, dann müssen wir ihnen endlich die Strukturen geben, die sie brauchen.

Den vollständigen Brief lesen Sie hier