Vom Börsecrash 1987 zur Zukunft des Kapitalmarkts

Vom Börsencrash 1987 zur ökosozialen Marktwirtschaft: Ein Banker plädiert für Österreichs Kapitalmarkt

In der aktuellen Episode von Börsepeople (S22/20) spricht Host Christian Drastil mit Johannes Linhart, Leiter Wirtschaft & Politik beim SENAT DER WIRTSCHAFT, über seinen Weg vom Black Monday 1987 zu einem klaren Plädoyer für einen starken österreichischen Kapitalmarkt.

Der Börsencrash am 19. Oktober 1987 markierte seinen Einstieg in die Finanzwelt – ein Start ins kalte Wasser, der seinen Blick auf Märkte und Verantwortung prägte. Früh setzte er Impulse: Bereits 1989 initiierte er eine Studie zu nachhaltigem Investieren – lange bevor Begriffe wie ESG oder „Green Finance“ zum Mainstream wurden. Die Idee einer ökosozialen Marktwirtschaft begleitet ihn seither, allerdings mit einer klaren Forderung: Ökologie und Marktwirtschaft dürfen kein Widerspruch sein.

Seit 2015 engagiert sich Linhart im SENAT DER WIRTSCHAFT für bessere Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Mit dem Plädoyer „Eigenkapital für Österreichs Wirtschaft“ fordert er einen Fund-of-Funds nach internationalem Vorbild, um privates Kapital – von Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen – stärker für heimische Unternehmen zu mobilisieren. Der Staat soll dabei nicht selbst investieren, sondern durch Garantien institutionelle Investoren ermöglichen.

Kritisch sieht Linhart die ausgeprägte Aktien- und Eigenkapitalskepsis in Österreich. Fehlende Finanzbildung und die steuerliche Bevorzugung von Fremdkapital schwächen aus seiner Sicht Vermögensaufbau, Innovationskraft und Pensionssystem. Sein Appell ist klar: Breitere Beteiligung am Kapitalmarkt – heute einfacher denn je, etwa über ETFs – ist ein Schlüssel zu mehr Wohlstand und Eigenverantwortung.

Sein Credo: Vom Crash 1987 zur Zukunft des Kapitalmarkts – mit Verantwortung, Nachhaltigkeit und einer starken Stimme für Unternehmertum in Österreich.