8. Jänner 2026 | Rückblick auf den Neujahresempfang unter dem Motto: „Rulebreaker – mit Anstand gegen den Stand der Dinge“
Am 8. Jänner lud der Senat der Wirtschaft unter dem Motto „Rulebreaker – mit Anstand gegen den Stand der Dinge“ zum traditionellen Neujahrsempfang in die Festsäle der Universität Wien. Über 300 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Politik folgten der Einladung – Menschen, die Fortschritt als gemeinschaftliche Verantwortung verstehen, ohne dabei ihren moralischen Kompass zu verlieren.
In einer Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Umbrüche braucht es nach Österreichs größter Unternehmerorganisation Menschen, die Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und bereit sind, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen, weil bestehende Systeme zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Verantwortung ist nicht delegierbar
Den inhaltlichen Auftakt machte Dr. Benita Ferrero-Waldner, ehemalige EU-Kommissarin und Präsidentin des SENAT DER WIRTSCHAFT, die in ihren Begrüßungsworten und ihrer Keynote betonte: „Im Jahr 2026 steht die Europäische Union vor der Aufgabe, in einer zunehmend komplexen geopolitischen Landschaft unabhängiger zu werden und ihre Verantwortung gegenüber globalen Großmächten wie den USA, China und Russland strategisch, politisch und wirtschaftlich klar zu definieren und aktiv wahrzunehmen. Dabei kommt auch den Unternehmen als zentralen Gestaltern unseres Gemeinwohls eine besondere Rolle zu: Mit Mut, Haltung und Verantwortungsbewusstsein gilt es, gemeinsam die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 voranzubringen – so, wie wir es im SENAT DER WIRTSCHAFT verstehen und leben.“
Weiters hob sie die Verantwortung der Unternehmen gegenüber deren Mitarbeitern hervor. Transparente Kommunikation, soziale Absicherung und ein respektvolles Miteinander seien entscheidend für Vertrauen und Zusammenhalt – innerhalb der Unternehmen ebenso wie gegenüber Kunden und Gesellschaft. Entscheidungen müssten häufig unter schwierigen Rahmenbedingungen getroffen werden, sollten jedoch stets mit Weitsicht, Fairness und auf Basis ethischer Grundsätze erfolgen.”
Darüber hinaus verwies sie auf das Global-Gateway-Projekt der Europäischen Union als weltweite Investitions- und Infrastrukturstrategie, die auf nachhaltige, qualitativ hochwertige und transparente Projekte in Partnerländern setzt. Dieses Programm stelle eine klare Alternative zu chinesischen Initiativen dar und eröffne zugleich wichtige Chancen für private Unternehmen, sich international verantwortungsvoll und zukunftsorientiert zu engagieren.
Haltung zeigen unter Leistungsdruck
Clemens Doppler, Unternehmer und Spitzensportler, sprach über das „Spielfeld der Verantwortung“. Anhand seiner Erfahrungen aus Leistungssport und Unternehmertum zeigte er eindrucksvoll, wie entscheidend klare Werte, Teamgeist und persönliche Haltung sind, um unter Druck bestehen zu können – unabhängig vom jeweiligen Spielfeld. „Unternehmen müssen Haltung zeigen und diese konsequent im täglichen Handeln widerspiegeln, letztlich prägt das Verhalten auch die bestehenden Verhältnisse.”
Medien zwischen Macht und Verantwortung
Einen kritischen Blick auf die Rolle der Medien warf Kurier-Herausgeberin Martina Salomon, in ihrer Keynote „Macht der Medien“. Sie thematisierte die Verantwortung journalistischer Arbeit im Spannungsfeld zwischen Information, Einordnung und Meinungsmacht. „Journalismus darf keine ‘Erziehungsanstalt’ sein, sondern muss Orientierung bieten und den offenen Diskurs fördern”. Kritisch reflektierte sie zudem den Einfluss Sozialer Medien und plädierte für eine Rückkehr zu einem Dialog auf Augenhöhe.
Unternehmerische Konsequenz statt Lippenbekenntnisse Heini Staudinger, Geschäftsführer der GEA Waldviertler und ehemaliger Präsidentschaftskandidat 2022, plädierte in seinem Beitrag „Mut zur Haltung: Unternehmerisch Verantwortung übernehmen“ für konsequentes, wertebasiertes Wirtschaften – auch gegen Widerstände. Sein Credo: „Unternehmerische Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung gehören untrennbar zusammen.“ Passend dazu zitierte er Marie von Ebner-Eschenbach: „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“
Politik und Wirtschaft im offenen Dialog
Höhepunkt des Nachmittags war die Podiumsdiskussion „Politik versus Wirtschaft oder Versagen versus Verantwortung?“, moderiert von Kurier-Wirtschaftsressortleiter Robert Kleedorfer. Gemeinsam mit Georg Dornauer (Tiroler Landtagsabgeordneter), Karl-Heinz Strauss (CEO PORR AG), Hanno Lorenz (Stellvertretender Direktor der Agenda Austria), Heini Staudinger (Geschäftsführer der GEA Waldviertler) und Hans Harrer (Vorstandsvorsitzender SENAT DER WIRTSCHAFT) wurde offen, kontrovers und pointiert über die aktuelle wirtschaftspolitische Lage diskutiert.
Karl-Heinz Strauss betonte: „Durch Umverteilung entsteht kein Wohlstand, sondern nur durch Leistung, durch Arbeit und durch Produktion.“
Hanno Lorenz forderte zudem eine klare Zukunftsvision, unabhängig davon, ob diese in einer steuerlichen Entlastung des Faktors Arbeit, einer Pensions- oder Föderalismusreform oder der Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in den Kammern liege. Wichtig sei vor allem, endlich ins Handeln zu kommen.
Georg Dornauer warnte vor Saturiertheit und Blockadehaltung und appellierte daran, Lösungen gemeinsam und überparteilich zu erarbeiten.
Hans Harrer kritisierte insbesondere den Umstand eines in Österreich faktisch nicht vorhandenen Kapitalmarkts. Dazu gehört auch ein entsprechendes Regelwerk wie Behaltefrist, normalisierte Kapitalertragsteuer, Investitionsabschreibungen und ein kapitalbasiertes Pensionssystem. Dies sei ein wesentlicher Standortnachteil und bremse Innovation, Wachstum und unternehmerische Entwicklung. Ohne funktionierende Kapitalmarktstrukturen fehle es Unternehmen – insbesondere wachstumsorientierten Betrieben – an notwendigen Finanzierungs- und Beteiligungsmöglichkeiten.
Einigkeit bestand darüber, dass es einen echten Multistakeholderprozess braucht: Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen gemeinsam und auf Augenhöhe tragfähige Lösungen entwickeln. Verantwortung beginnt dabei bei jedem Einzelnen.
Hans Harrer setzte den Schlusspunkt mit einer klaren Botschaft: „ Verantwortung ist kein Schlagwort, sondern eine Pflicht. Ohne Mut, Konsequenz und eigenes Handeln gibt es weder wirtschaftliche Stärke noch gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
In Anlehnung an Steve Jobs’ berühmte Beschreibung der „Crazy Ones“ machte der Neujahrsempfang deutlich: Rulebreaker sind keine Regelbrecher im rechtlichen Sinn, sondern Gestalter des Wandels. Menschen mit Haltung, Mut und Anstand, die bereit sind, Verantwortung für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu übernehmen – heute mehr denn je. Denn Veränderung braucht Mut, Reibung und Verantwortungsbewusstsein.
Neu im Senat
Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden zudem 24 Senatorinnen und Senatoren in den SENAT DER WIRTSCHAFT berufen. Wir gratulieren und heißen sie herzlich willkommen:
Daniel Winklhammer – 21 bitcoin – FIOR Digital
Adri Bugari – Karosserie & Lackierung Herr Mst. Adri Bugari
KommR. Peter Schaider & Peter Schaider jun. – Aufhof Center Besitz und Betrieb GmbH
Nikolaus Brada – Aufzugsbau-Liftservice-Fördertechnik NIBRA GesmbH
Dipl.-Ing. (FH) Peter Berner – COUNT IT GmbH
Tom Bauer – Destination Waldviertel GmbH
Dipl.-Ing. Philipp Tarter – DOT Telematik und Systemtechnik GmbH
Gerald H. Beirer – EV LiquidHome Österreich GmbH
Dr.techn. Martin Riester & Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dipl.-Ök. Jan Henjes – Fraunhofer Austria Research GmbH
Dipl.-Ing. Hubert Wetschnig – HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H.
Karin Trummer – Herbeus Greens GmbH
Ing. Wolfgang Rigo – Huppenkothen GmbH
Mag. Lukas Hrovat, Dr. Christoph Jeannée, LLM – Jeannée Mikula & Partner
Dipl.-Ing. Dr. Stefan Tasch Lumitech – Lighting Solution GmbH
Michael Fink – MEIKO Clean Solutions Austria GmbH
Mag. Daniel Scherling – ORBIS Austria GmbH
Christine & Ing. Martin Prenninger – PIT IT GmbH
Prof. Dr. Florian Kainz – Privatuniversität Schloss Seeburg GmbH
Natascha Vonwiller & Gerhard Radosztics – reoffice GmbH
Mag. Verena Brandtner-Pastuszyn – Capri Hotelbetriebs GmbH & Co KG
Unser Dank gilt allen, die diesen Tag möglich gemacht haben:
Ein herzliches Dankeschön an unsere Hospitality-Partner easystaff und Senator Gerhard Huber, an unsere Digital-Partner PRC Digital, Senator Klaus Pollhammer & Dominik Kopplstätter, an unseren Mobilitäts-Partner Motorcity & Senator Fahri Gökbas – und ganz besonders an Barbara Fleißner, deren charmante und professionelle Begleitung durch den Nachmittag den Empfang zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.
Fotos zur Veranstaltungen finden Sie hier
Fotocredits: ©leadersnet.at/ A. Felten und Skyline Medien GmbH











