BOOM Präsentation erste Ausgabe 2026

SENAT präsentiert neue BOOM-Ausgabe und fordert Entfesselung der Hidden Champions

Am 16. April präsentierte der SENAT DER WIRTSCHAFT im Rahmen einer hochkarätig besetzten Veranstaltung in den exklusiven Räumlichkeiten von THE NATURAL GEM die neue Ausgabe des  BOOM Magazins unter dem Titel „Weltmeister mit Fußfessel“. Im Mittelpunkt standen jene Unternehmen, Persönlichkeiten und Visionäre, die oft im Verborgenen wirken und dennoch international Maßstäbe setzen – Österreichs „Hidden Champions“.

Gefahr durch Bürokratie und strukturelle Hürden

Gastgeber Dr. Thomas Schröck, Eigentümer von The Natural Gem, eröffnete den Abend mit einem eindrucksvollen Vergleich aus seiner eigenen Branche: „Wahre Werte entstehen unter Druck. Doch wenn der bürokratische Druck die unternehmerische Freiheit erstickt, gefährden wir das Kostbarste, was unser Standort hat: seine Substanz.“

Hidden Champions als internationale Botschafter

Senat-Präsidentin Dr. Benita Ferrero-Waldner betonte in ihren Eröffnungsworten die internationale Bedeutung dieser Unternehmen: „Österreichs Hidden Champions sind unsere Botschafter in der Welt. Doch wir dürfen nicht zulassen, dass sie auf dem globalen Parkett durch hausgemachte Lasten ausgebremst werden.“

Gleichzeitig unterstrich sie die Notwendigkeit von Offenheit und Innovationsbereitschaft: „Es gibt viele Hidden Champions – aber es braucht Offenheit für Innovation ohne Ausgrenzung. Nur dann ist es möglich, wirklich Neues zu schaffen.“  Denn Wirtschaftlicher Erfolg ist untrennbar mit gesellschaftlicher Offenheit und internationaler Zusammenarbeit verbunden.

Klare Worte zur Standortpolitik

Mit dem Titel „Weltmeister mit Fußfesseln“ widmet sich das Magazin unter der Leitung des neuen Chefredakteurs Dr. Wolfgang Unterhuber der paradoxen Situation heimischer Weltmarktführer, die als Stellvertreter für den gesamten Mittelstand unter einer zunehmenden Regulierungsdichte leiden.

Wolfgang  Unterhuber zeichnete ein pointiertes Bild der aktuellen wirtschaftspolitischen Lage: „Wir haben in Europa in den vergangenen Jahrzehnten alles ausgelagert, was unangenehm ist. Die Verteidigungspolitik an die USA, die Energieversorgung bis zum Unkraine-Krieg an Russland und die Produktion an China. Jetzt aber ist Zahltag.“

Mit mit erschütternden Zahlen einer aktuellen Studie: verdeutlichte er die Dimension dieser Belastung: Rund 320 Millionen Arbeitsstunden wenden österreichische Unternehmen jährlich für bürokratische Aufgaben auf – das entspricht etwa 195.000 Vollzeitkräften. Besonders betroffen sind Ein-Personen-Unternehmen und Selbstständige, die bis zu fünf bis sechs Wochen pro Jahr ausschließlich mit administrativen Pflichten verbringen – eine Zeit, in der keine Wertschöpfung möglich ist.

Seine Analyse zeigte eindeutig, wie sehr strategische Fehlentwicklungen und Abhängigkeiten die Handlungsfähigkeit Europas und Österreichs einschränken.

Unterhuber ließ keinen Zweifel an der künftigen Marschrichtung: „BOOM wird das Magazin für jene, die den Stillstand nicht länger hinnehmen.

Reformbedarf und Rolle des Staates

Die Ökonomin Carmen Treml (Agenda Austria) lieferte in ihrer Keynote die harten Fakten zur „Bürokraturschlinge“ und warnte vor einer übermäßigen Abhängigkeit vom Staat:

„Wir ruhen uns auf unserem Wohlstandsniveau aus und verlassen uns zu sehr auf den Staat. Sobald ein Problem entsteht, wird sofort eingegriffen – dabei sollte man dem Marktmechanismus mehr Raum geben.“ Sie kritisierte, dass politische Maßnahmen oft zu kurz greifen: „Es werden vor allem Symptome bekämpft, anstatt nachhaltige, langfristige Lösungen zu entwickeln.“

Ihr Appell richtete sich klar an die Politik: „Es braucht eine umfassende und strukturierte Staatsreform – wie etwa in Dänemark –  das Potenzial dafür ist zweifellos vorhanden.“

Allianz der Vernunft gegen den Stillstand

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde Klartext gesprochen:

Hans Harrer (Herausgeber & Senat-Vorstand) warnte vor den Folgen politischer Untätigkeit: Wir brauchen keine teuren Alibi-Gutachten, die den Stillstand nur noch schöner verwalten. Wir brauchen eine Allianz der Vernunft und den Mut der Rulebreaker. Wer Weltmeister mit Fußfesseln ins Rennen schickt, darf sich über den Verlust der Goldmedaille nicht wundern.” 

Auch Christoph Feyerer (CEO der Komptech GmbH) sprach sich für ein grundlegendes Umdenken und klare Rahmenbedingungen aus: “Immer das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, funktioniert nicht. „Immer das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten,  funktioniert nicht. Wir brauchen Investitionssicherheit, um eine diversifizierte Energieversorgung aufzubauen.“

Prof. Dr. Georg Zanger (Präsident der Austrian Chinese Business Association): ergänzte die technologische Perspektive: “Wir tragen derzeit dazu bei, die Gewinne von Unternehmen wie etwa Google zu maximieren. 

„Wir müssen aktiv Teil der Innovationsbewegung werden und dürfen uns nicht scheuen, dort mitzumachen, wo Innovation tatsächlich passiert.“  Gerade im Kontext der Künstlichen Intelligenz betonte er die Bedeutung menschlicher Kompetenzen: „Im Zeitalter der KI sind Soft Skills besonders wichtig. Entscheidend ist, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen.

Edelstein-Experte wird Senator

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die feierliche Aufnahme von Gastgeber Dr. Thomas Schröck in den Senat der Wirtschaft. Die Berufungsurkunde zum Senator wurde ihm von Präsidentin Ferrero-Waldner und Vorstandsvorsitzendem Hans Harrer überreicht. Mit dieser Ernennung setzt der Senat ein klares Zeichen für die Bedeutung von unternehmerischer Substanz, Expertise und nachhaltiger Wertschöpfung.

Fazit

Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich: Österreich verfügt über eine Vielzahl an Hidden Champions und enormes wirtschaftliches Potenzial. Gleichzeitig stehen diese Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen – von bürokratischen Belastungen über fehlende Investitionssicherheit bis hin zu geopolitischen Abhängigkeiten.

Die neue BOOM-Ausgabe versteht sich daher nicht nur als Bühne für unternehmerische Exzellenz, sondern auch als klarer Appell an Politik und Wirtschaft: Die bestehenden „Fußfesseln der Bürokratie“ müssen gelöst werden, damit Österreichs Weltmeister ihr volles Potenzial entfalten können, sonst bleibt der Standort unter seinen Möglichkeiten.