Der Ursprung der Innovation: Warum das Büro zum strategischen Wettbewerbsvorteil wird
Am 12. Mai diskutierten der SENAT DER WIRTSCHAFT, Sedus und NEWS im preisgekrönten bluebird.space in Salzburg mit Entscheidungsträgern darüber, wie Präsenz im Arbeitsalltag wieder zum strategischen Erfolgsfaktor werden kann. Im Zentrum stand die Frage, wie physische Begegnung Teams verzahnt, Führung stärkt und Arbeitsräume zu echten Treibern von Produktivität, Zugehörigkeit und Innovation werden.
Die Ausgangslage ist alarmierend: Nur noch jeder zehnte Mitarbeitende in Österreich fühlt sich seinem Unternehmen wirklich verbunden. Während in den USA noch jeder Dritte eine tiefe emotionale Bindung zu seinem Job pflegt, identifizieren sich in Österreich laut Gallup Institut nur noch 9 Prozent der Belegschaft voll mit dem eigenen Betrieb. Damit ist das Land, wie eine Analyse der Agenda Austria zeigt, Schlusslicht im internationalen Vergleich.
Diese Distanz gefährdet Innovationskraft und Unternehmenskultur gleichermaßen. An diesem Abend im Salzburger bluebird.space – erst kürzlich als schönster Coworking Space ausgezeichnet – wurde deutlich: Wer im globalen Wettbewerb bestehen will, darf Präsenz nicht länger als Verwaltung verstehen, sondern muss sie als strategisches Asset begreifen.
Leistung braucht ein „Wir“
Mahdi Allagha, Mitglied der Geschäftsleitung im SENAT DER WIRTSCHAFT, fand bereits in seinen Begrüßungsworten deutliche Worte zur aktuellen Lage. Angesichts globaler Krisen sei es Zeit für eine neue Produktivitätsoffensive, die Führung und Belegschaft wieder vereint:
„Wir können nicht auf politische Wunder warten, während die Identität unserer Betriebe schleichend ausgehöhlt wird. Unternehmerische Freiheit bedeutet, voranzugehen und Räume zu schaffen, in denen Leistung wieder gemeinsam gelebt wird. Wir kommen nur als starke Gemeinschaft aus der Krise – das schaffen Geschäftsführer nicht allein, sondern nur im Schulterschluss mit ihren Mitarbeitern. Es geht um nicht weniger als den Erhalt unseres Wohlstands und unseres Sozialstaates.“
Der Preis der sozialen Erosion
Ernst Holzapfel, Head of Marketing bei Sedus und profunder Kenner moderner Arbeitswelten, untermauerte die Debatte in seinem Impulsvortrag mit harten Fakten. Als Keynote-Speaker legte er dar, warum der Rückzug ins Private die Substanz der Unternehmen angreift.
„Innovation entsteht nicht im Vakuum des Home Offices, sondern durch die Reibung im Raum. Wir erleben gerade den schleichenden Verlust der Unternehmenskultur durch zu viel Distanz. Wenn wir uns nur noch über Kacheln am Bildschirm sehen, verlieren wir bis zu 70 Prozent des sozialen Lernens“, erklärte Holzapfel.
Peter Sablatnig, Geschäftsführer von Sedus, ergänzte diesen Gedanken aus der Praxis der Raumgestaltung:
„Das Büro ist kein Kostenfaktor, den man wegoptimieren sollte. Es ist das wichtigste Werkzeug für Wirksamkeit. Wir gestalten Orte, die Zugehörigkeit signalisieren – denn nur wer sich zugehörig fühlt, leistet Außergewöhnliches.“
Identität braucht einen Ort der Begegnung
Die Gastgeber und Gründer des bluebird.space, Helene und Markus Stainer, machten erlebbar, warum ihr Space zum schönsten Coworking-Areal gekürt wurde. Für Markus Stainer, der bewusst gestaltete Arbeitsräume als strategische Ressource und Ausdruck der Unternehmenskultur versteht, steht fest:
„Innovation entsteht durch das unmittelbare Aufeinandertreffen von Menschen und Energie. In Anlehnung an das Churchill-Credo gilt: Wir formen unsere Gebäude, danach formen sie uns. Wer die Identität seines Unternehmens sichern will, muss Räume bieten, die inspirieren.“
Der Abend zeigte eindrucksvoll: Das Büro der Zukunft ist kein Ort der bloßen Anwesenheit, sondern ein Raum der Wirksamkeit. Es schafft Orientierung, Zugehörigkeit und Energie. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, wachsender Distanz und sinkender Bindung wird physische Präsenz zu einem entscheidenden Hebel für Unternehmen, die ihre Kultur stärken und ihre Leistungsfähigkeit sichern wollen.
Das Fazit der Diskussion: Innovation braucht Nähe. Führung braucht Resonanz. Und erfolgreiche Unternehmen brauchen Orte, an denen aus individueller Leistung ein gemeinsames „Wir“ wird.
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Fotocredit: © Wildbild









