Nachhaltigkeit oder nur Show?
Im Rahmen unserer SENAT-Lounge am 26. Februar auf der Wolfschwang Alm – umrahmt von der beeindruckenden Aussicht auf die umliegende Bergwelt und einer Atmosphäre, die Raum für Weitblick und Klarheit schafft – durften wir eine besondere Perspektive einnehmen: Weg von Paragrafen – hin zu Haltung und Verantwortung. Hochkarätige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Recht diskutierten über ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: öffentliche Beschaffung als strategische Chance für Unternehmen.
Gemeinsam mit Mag. Anton Ostermayer, CEO von REFORM Fenster, Vergaberechtsexpertin Mag. Maria Troger von Schiefer Rechtsanwälte sowie Wohnbaulandesrat Martin Zauner stand die Frage im Zentrum, wie öffentliche Vergabeprozesse nicht nur formal korrekt, sondern vor allem fair, nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden können.
Regional einkaufen heißt Verantwortung übernehmen
Ein zentrales Thema des Abends war die Bedeutung regionaler Wertschöpfung. Warum lohnt es sich, regional einzukaufen? Die Antworten waren ebenso klar wie überzeugend: Regionale Beschaffung stärkt heimische Unternehmen, sichert Arbeitsplätze und erhöht die Resilienz unserer Wirtschaft. Kurze Transportwege reduzieren Emissionen, direkte Ansprechpartner erhöhen Qualität und Verlässlichkeit.
Doch es geht um mehr als Zahlen. Es geht um Vertrauen, Handschlagqualität und langfristige Partnerschaften.
Wirtschaftlichkeit neu gedacht
Ist der billigste Preis tatsächlich der wirtschaftlichste? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussion. Die einhellige Meinung: Nachhaltigkeit darf kein Schlagwort sein, sondern muss messbar und ganzheitlich gedacht werden. Nicht alles, was als „nachhaltig“ gekennzeichnet wird, erfüllt diesen Anspruch auch tatsächlich.
Eine rein preisgetriebene Vergabe greift zu kurz. Wer ausschließlich auf den niedrigsten Preis setzt, riskiert langfristig höhere Folgekosten – sei es durch Qualitätsmängel, fehlende regionale Wertschöpfung oder mangelnde soziale Verantwortung. Wirtschaftliche Vernunft bedeutet, Lebenszykluskosten, Qualität, Innovationskraft und regionale Effekte gleichermaßen zu berücksichtigen.
Fairness ist kein Kostenfaktor – sondern ein Zukunftsfaktor
Unter dem Leitgedanken „Fairness wirkt“ wurde ein dringend notwendiger Kulturwandel in öffentlichen Vergabeprozessen angestoßen. Fairness ist kein bürokratischer Zusatzaufwand und kein Kostenfaktor – sie ist ein Zukunftsfaktor. Transparente Kriterien, gleiche Chancen und partnerschaftlicher Umgang schaffen Vertrauen und Planungssicherheit für Unternehmen.
Mit wertvollen Impulsen von Salzburg Tourismus CEO Leo Bauernberger, Vergabe-Expertin Mag. Maria Troger sowie den Gastgebern wurde deutlich: Eine Zusammenarbeit beginnt nicht mit einer Unterschrift – und sie endet auch nicht dort. Sie beginnt mit gegenseitigem Verständnis und dem klaren Bekenntnis zu Verantwortung.
Öffentliche Beschaffung als strategischer Hebel
Die SENAT-Lounge hat gezeigt, welches Potenzial in einer klug gedachten öffentlichen Beschaffung steckt. Unternehmen, die Vergabeprozesse strategisch angehen, können nicht nur neue Märkte erschließen, sondern auch ihre Position als verantwortungsbewusste Akteure stärken.
Conclusio des Abends: Öffentliche Beschaffung ist kein reines Verwaltungsinstrument, sondern ein wirkungsvoller Hebel für Innovation, Regionalität und nachhaltiges Wachstum.
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Foto- und Videocredit: David Neumayr / Nemada Film+







