Zukunftsstandort Alpenraum? Schön allein reicht nicht.
Der Alpenraum punktet mit hoher Lebensqualität, starken Unternehmen und einer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft. Doch schöne Berge allein sichern weder Wettbewerbsfähigkeit noch attraktive Arbeitsplätze. Denn im Wettbewerb um Unternehmen, Investitionen und qualifizierte Mitarbeiter misst sich der Alpenraum längst nicht mehr nur mit seinen Nachbarregionen, sondern mit Standorten weltweit.
Wie also gelingt es, die traditionellen Stärken des Alpenraums mit den Anforderungen einer modernen Arbeits- und Wirtschaftswelt zu verbinden? Genau darum ging es bei unserer SENAT-Lounge „Zukunftsstandort Alpenraum? Schön allein reicht nicht.“ am 1. Oktober 2026 im WIFI Coworking Space Alpin in Innsbruck, zu der wir gemeinsam mit Senatorin Barbara Jaeger, Geschäftsführerin von Business Pool Bozen und Innsbruck, und unserem Präsidiumsmitglied Christoph Ettlmayr von IMARK Strategy Advisors eingeladen hatten.
Den Alpenraum aktiv gestalten
Den Auftakt machte Harald Gohm, Gründer von ALPERIS und Transalpin Podcast, mit seinem Impuls „Mut zur Gestaltung: Entwicklungsperspektiven für den Alpenraum“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich der Alpenraum weiterentwickeln muss, um seine besonderen Qualitäten nicht nur zu bewahren, sondern daraus neue wirtschaftliche Perspektiven entstehen zu lassen. Denn Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Veränderung nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet wird. „Der Alpenraum war und ist Labor für mutige Pioniere“, brachte Gohm das Potenzial der Region auf den Punkt. Ein Potenzial, das gerade darin liegt, Neues zu wagen, Chancen zu erkennen und die Zukunft des Alpenraums aktiv mitzugestalten.
Im Wettbewerb um Talente zählt der globale Maßstab
Barbara Jaeger rückte anschließend mit „Globaler Benchmark statt Alpen-Bonus: Was Top-Talente wirklich an den Standort bindet“ einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor in den Mittelpunkt: die Menschen.
Lebensqualität und landschaftliche Attraktivität sind wichtige Standortvorteile – für die Gewinnung und langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiter reichen sie allein jedoch nicht aus. Unternehmen stehen heute in einem internationalen Wettbewerb um Talente. Moderne Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten, Unternehmenskultur und attraktive Rahmenbedingungen werden damit ebenso zu Standortfaktoren wie Verkehr, digitale Infrastruktur oder Wohnraum. Jaegers Empfehlung: „Benchmarken Sie global. Antworten Sie lokal.“ Und genau hier liegt der oftmals unterschätzte Vorteil der Unternehmen im Alpenraum: Nicht allein die Berge oder die Lebensqualität machen den Unterschied, sondern ihre Größe – klein genug, um schnell zu sein, nah genug an ihren Menschen, um sie wirklich zu kennen, und flexibel genug, um neue Wege zu gehen, bevor der Markt es verlangt.
Standortpolitik ist Zukunftspolitik
In der anschließenden Podiumsdiskussion „Zukunftsorientierte Standortentwicklung: Warum uns schöne Berge allein nicht retten werden!“ diskutierte Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar und Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, gemeinsam mit den Gastgebern über die Frage, welche Weichen heute gestellt werden müssen, damit der Alpenraum auch morgen wirtschaftlich erfolgreich bleibt. Christoph Ettlmayr führte durch die Diskussion.
Deutlich wurde dabei vor allem eines: Der Alpenraum darf seine Attraktivität nicht mit Zukunftsfähigkeit verwechseln. Seine besondere Lebensqualität ist eine starke Ausgangsbasis. Entscheidend ist jedoch, diese mit wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, leistungsfähiger Infrastruktur, innovativen Unternehmen und modernen Arbeitswelten zu verbinden.
Beim anschließenden Ausklang mit kulinarischer Begleitung blieb viel Raum, die Impulse des Abends in persönlichen Gesprächen weiterzuführen und neue Perspektiven auszutauschen.
Fazit
Der Alpenraum hat beste Voraussetzungen, ein starker Zukunftsstandort zu sein. Doch Zukunft entsteht nicht aus dem, was bereits da ist, sondern aus dem, was wir daraus machen. Es braucht den Mut, bestehende Stärken weiterzuentwickeln, neue Anforderungen ernst zu nehmen und Standortentwicklung aktiv zu gestalten.
Oder, wie Christoph Ettlmayr den Blick nach vorne richtete: „Der Alpenraum bleibt mit Optimismus, Mut und Tatkraft Zukunftsstandort.“
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Fotocredit: © Alex Schmidt













