Das Erbe der Mutigen: Warum Haltung die einzige Sprache ist, die die Jugend noch versteht
In der Millstätter Seevilla wurde am Freitagmorgen eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen: Der Wirtschaftsstandort Österreich krankt nicht an fehlender Vision, sondern an einer lähmenden strukturellen Überlastung. Zwischen Rekord-Abgabenquoten und einer wuchernden Bürokratur wurde beim Side-Event des Senat der Wirtschaft im Rahmen der Millstätter Wirtschaftsgespräche 2026 klar: Die nächste Generation sucht keine fertigen Konzepte, sondern Vorbilder, an denen sie sich reiben kann. Haltung ist kein Kuschelkurs – sie ist der einzige Generationenvertrag, der dem Sturm der Zeit noch standhält.
Millstatt – Ein demonstrativ leerer Stuhl auf dem Podium der Seevilla zog die Blicke auf sich – ein stilles, fast provozierendes Symbol für jene Generation, die oft als „schwierig“ abgestempelt wird, während man über ihre Köpfe hinweg die Zukunft verspielt. Doch in Millstatt wurde die übliche Harmoniefalle vermieden. Die Debatte machte unmissverständlich klar: Die Einbindung der Jugend ist eine strategische Überlebensfrage, die Reibung und Mut für das Gemeinsame erfordert.
Haltung als strategisches Fundament
Den inhaltlichen Anstoß gab Mag. Martin Schaller, Generaldirektor der RLB Steiermark. Er argumentierte, dass Haltung kein ethisches Beiwerk zum Geschäftsmodell ist, sondern dessen Kern. Wer konsequent in Generationen denkt, begreift soziale Verantwortung nicht als Kostenfaktor, sondern als Renditebringer. Schallers Ansatz ist ein Plädoyer für ökonomische Vernunft und unternehmerische Freiheit. Er forderte einen Fokus auf Innovation und Hausverstand, statt den Standort in einem Dickicht aus Verboten und ideologischen Grabenkämpfen zu schwächen.
Die Verantwortung der „Generation Augenhöhe“
In der von Verena Maria Köck (Kärntnermilch) moderierten Runde zwischen Martin Schaller, Franz Kreuzer (K-Industries) und Hans Harrer (Vorstandsvorsitzender des Senats) wurde eine zentrale Erkenntnis geschärft: Echte Augenhöhe entsteht nicht durch blindes Abnicken, sondern durch den Mut zum Widerspruch.
Es reiche nicht aus, der Jugend nur einen Stuhl anzubieten – sie muss den Willen aufbringen, diesen Platz mit eigener Kante zu besetzen. Hans Harrer pointierte: „Zukunft wird nicht im Windschatten der Bequemlichkeit gestaltet.“ Das geforderte „Rulebreaking“ ist hierbei der notwendige Befreiungsschlag gegen verkrustete Strukturen und jene administrative Schwerfälligkeit, die den Standort zu ersticken droht. Die nächste Generation braucht keine Chefs, die sich anpassen, sondern Unternehmer, die bereit sind, für ihre Überzeugungen auch gegen den Strom zu schwimmen.
Einbindung als Standortfaktor
Die Runde machte klar, dass der Dialog zwischen den Generationen nur dann funktioniert, wenn beide Seiten ihre Mentalität schärfen. Der leere Stuhl auf dem Podium diente als Mahnmal, die Jugend als gleichwertige Partner in die Pflicht zu nehmen und sie gleichzeitig am Verhandlungstisch zu integrieren. Nur durch diesen Brückenschlag lässt sich die Innovationskraft sichern, die den Mittelstand seit Jahrzehnten auszeichnet.
Das Ende der Ausreden
Der Vormittag in Millstatt endete mit einer klaren Botschaft: Haltung ist die Entscheidung, sich nicht länger hinter Systemzwängen oder der Steuerlast zu verstecken. Die Macht zur Veränderung entsteht dort, wo jahrzehntelange Erfahrung auf jugendliche Unbequemlichkeit trifft. Die Gäste verließen die Seevilla mit einer neuen Gewissheit: Nur ein kompromissloses Rückgrat und die Einbindung einer Generation, die bereit ist, sich die Hände schmutzig zu machen, garantieren einen Standort, der eine enkeltaugliche Zukunft erzwingt.
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Fotocredit: © Rene Krammer











